Möglich, dass das hier nie mein Körper gewesen ist Benjamin Cromme und Sharon Jamila Hutchinson

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Tipp: Das beste Hörerlebnis habt ihr, wenn ihr Kopfhörer benutzt.


Might be, that this has never been my body 

Die Markierung, einen Körper zu haben und nicht etwa einer zu sein, verweist auf die Möglichkeit keinen zu haben, viele zu haben, ihn verlieren zu können oder es schlicht nicht zu wissen. 

Beginnend mit einem Intro am Tanztag veröffentlicht das Duo bestehend aus Benjamin Cromme und Sharon Jamila Hutchinson eine Serie zum Hören, deren Wellenlänge bis zum Tanzfestival im Oktober reicht.

An von ihnen geschaffenen Hör-Orten treffen sie auf Gäste, kommen mit ihnen und ihren Körpern in Momente der Resonanz und Bewegung, funktionieren so als Radar, der Informationen über seine durch die eigene Körperliche Bewegung wahrgenommene Umwelt einholt und bündelt. 

Das Duo begeht über mehrere Folgen hinweg Prozesse physischer und gesellschaftlicher Transformation. Im Fokus steht hierbei mutierende Körperlichkeit und Körperpolitiken, eingebettet im kollektiven tänzerischen und choreographischen Wirken und Handeln.

Welche Verzerrungen und Verfärbungen hinterlässt der Anspruch medialisierter Körperlichkeit auf unserer Haut, zwischen unseren Synapsen und der Artikulation von Innerlichkeit? Hört rein!


Benjamin Cromme bewegt sich seit 2018 als freier Schauspieler in Frankfurt, u.a. Theaterperipherie, TheaterGrüneSoße/Theaterhaus, Landungsbrücken, Naxoshallen und JuleKu. Als Sprecher übernahm er Rollen in Videospielen wie „World of Warcraft“ und „Call of Duty“ und tritt als Podcast-Host auf. Er ist als Sprecher, Tänzer und in theaterpädagogischen Projekten aktiv. Ende 2017 absolvierte Cromme das Casting für die Produktion "Illegal" nach dem gleichnamigen Roman von Max Annas (theaterperipherie Frankfurt). 2019 erweiterte sich sein Arbeitsspektrum um eine Regieassistenz in der Produktion "Kleine Leute". Am TheaterGrüneSoße erarbeitete Cromme ein stark choreographisches Duo: In „Robinson und Crusoe“ bedient sich Cromme seiner Vergangenheit als Tänzer mit kampfsportlichen Elementen. Mit der Produktion „moved. bewegt. deplacé“ arbeitet Cromme in einer Performance als erlebender Spieler und setzt sich mit seinem Körper als Projektionsfläche in Bezug zu seiner Umwelt auseinander. In der aktuellen Produktion „Tattoos of Tears, ein Manbox detox Mobile“ verfolgt er seine Auseinandersetzung über den eigenen Körper und Zuschreibungen der „Anderen“ weiter. Er verhandelt eine Ich-Auflösung über die eigene Sozialisierung und versucht diese zu dekonstruieren. Zur „Schnipseljagt“ Einer Collage von 1 zu 1 Spielsituationen an den Landungsbrücken Frankfurt bringt Cromme die zusehende Person improvisatorisch auf engstem Raum in die eigene Spielwelt.

 

Sharon Jamila Hutchinson studierte zunächst Zeitgenössischen Tanz an der Hochschule für Musik und Tanz, bevor sie ihr Studium am Gießener Institut für Angewandte Theaterwissenschaft sowie der Paris 8, Saint Denis, Paris fortsetzte. In den letzten Jahren verfolgte sie stetig die Verwebung wissenschaftlicher und künstlerischer Interessen, um so Räume der gegenseitigen Informierung künstlerischer und dokumentarischer Tätigkeit zu kreieren. In sich ergänzenden Kontexten ist sie so neben ihrem Studium beruflich als Performerin, Choreographin und Filmemacherin tätig. Auf ihrer Arbeit TITIA (2020) aufbauend ergänzte sie in "erst zuerst dann wieder" (2020/2021) den vornehmlich gesellschaftswissenschaftlichen Zugriff von Ewelina Pepiak und Vanessa E. Thompson auf die Verquickungen antidemokratischer Tendenzen und staatlicher Gewalt um eine Frankfurter aktivistische Perspektive. Parallel dazu folgt sie in den darstellenden Künsten ihrem Interesse an Körpern als Erinnerungsorte und Instrumentarien der Zeugenschaft. So zuletzt als Performerin im Stück „Gespenster der Arbeit“ (Themenwoche „Gegen das Vergessen“, Naxoshallen), ebenso als Performerin in „Die Kränkungen der Menschheit“, sowie der Stückentwicklung "toss and turn" mit Lua Mariell Barros Heckmanns, die im Rahmen des Nocturnal Unrest-Festivals, “Ein feministisches Festival für Theorie, Performance und radikale Flâneuserie“im digitalen Mousonturm zur Aufführung kam.

 

DANKE!
Es war ein toller Tanztag Rhein-Main. Danke an alle Partner*innen und alle Mittänzer*innen